Black Panther

Der neueste Solo-Film im Marvel Cinematic Universe!

Letzten Freitag war es endlich soweit und ich konnte den neuesten Marvel-Film in IMAX genießen. "Black Panther" ist der inzwischen 18. Film des Marvel Cinematic Universe und der erste Solo-Film des afrikanischen Superhelden, der in "Captain America: Civil War" seinen ersten Auftritt hatte. Ich muss gleich am Anfang klar stellen, dass ich ein sehr großer Marvel-Fan bin und es mir deshalb wohl etwas schwerer fällt, die Filme wirklich objektiv zu bewerten. Doch sowohl subjektiv als auch objektiv betrachtet ist "Black Panther" ein mehr als gelungener Film, der eine gute Story, mit grandiosen Aufnahmen und Technik verbindet und sich sehr gut ins Marvel Cinematic Universe einfügt. Er schafft es sogar unterschwellig, aktuelle politische Themen anzusprechen und sich diesen gegenüber kritisch zu zeigen, ohne dabei aber die Action und auch den Marvel-typischen Witz zu vernachlässigen. Letzterer fällt hier aber sparsamer als noch zum Beipiel in "Thor 3: Tag der Entscheidung", was mir sehr zugesagt hat. Es gab zwar auch immer wieder witzige Momente und lustige Anspielungen, wie zum Beispiel den obligatorischen Stan Lee Cameo, doch drängten sich diese Momente hier nicht in den Vordergrund, sondern lockerten lediglich an manchen Stellen etwas die Stimmung auf.

Aber wie immer erst mal von Anfang an: Regie bei "Black Panther" führte Ryan Coogler, der mit "Creed" schon einen Vorreiter des sogenannten "New Black Cinema" schuf, eine Bewegung, die in den letzten Jahren erneut aufkam und die bewusst afro-amerikanische Schauspieler und Figuren in den Vordergrund stellt. Bekannte Vertreter der Bewegung sind neben "Creed" auch "Get Out", "Moonlight" oder "Fences". Mit "Black Panther" schuf Coogler nun eine Comicverflimung, die auch in die Richtung des "New Black Cinemas" geht. So besteht der Cast nicht nur zum Großteil aus afro-amerikanischen Schauspielern, sondern der Film spielt auch bewusst mit brandaktuellen politischen Themen, wie zum Beispiel der Flüchtlinskrise oder der Isolationspolitik mancher Länder und zeigt sich oft sehr gesellschaftskritisch. All das sind Aspekte die man sich sicherlich nicht von einem Marvel Superhelden-Film erwartet, aber auf sehr spezielle Weise eine willkommene Abwechslung zu den anderen Marvel-Filmen bieten. Zusätzlich vollbrachte Coogler das Kunststück, die afrikanische Kultur zu ehren und zu repräsentieren, diese aber zeitgleich auf perfekte Weise mit modernster Technik und Fortschritt zu kombinieren.

Kurz zur Handlung: Prinz T'Challa (gespielt von Chadwick Boseman) kehrt nach den Ereignissen in "Civil War" zurück in sein (fiktives) afrikanisches, technisch extrem fortschrittliches Heimatland Wakanda, um nach dem Tod seines Vaters seinen Platz auf dem Thron und als Black Panther, dem Beschützer des Landes, einzunehmen. Dort angekommen, sieht er sich jedoch mit innerpolitischen Spannungen konfrontiert, da hohe Ratsmitglieder Wakandas fordern, die Isolation, welche das Land seit jeher betreibt, aufzulösen und sich der Welt zu zeigen. Dazu kommen noch die Rachegelüste einiger seiner Anhänger gegenüber dem Wilderer Ulysses Klaue, welchen T'Challa nachgeben muss. Als dann auch noch eine Person namens Killmonger auftaucht, scheint das Land komplett ins Chaos zu stürzen. So viel zur Handlung, welche überraschend vielschichtig ist, sich aber auch perfekt ins Marvel Cinematic Universe einfügt und wohl einige Weichen für "Infinity War" stellt.

Der Cast bietet so ziemlich das Beste, was Hollywood an afro-amerikanischen Schauspielern bietet. Allen voran natürlich Chadwick Boseman, der zum zweiten Mal in die Rolle des Beschützers von Wakanda schlüpft. Den Hauptantagonisten verkörpert Michael B. Jordan, der nach "Creed" zum zweiten Mal mit Ryan Coogler zusammenarbeitet und wieder einmal beweist, dass ihm die Zukunft des Kinos gehören wird. Neben Oscarprreisträgerin Lupita Nyong'o, bietet auch, der für den Oscar nominierte Daniel Kaluuya eine großartige Leistung und bestätigt sein Talent nach "Get Out" auch in diesem Film. Erweitert wird der afro-amerikanische Cast noch unter anderem mit Danai Gurira, welche man hauptsächlich als Michone aus "The Walking Dead" kennt und dem wie immer großartigen Forest Whitaker.

Es spielen aber nicht nur afro-amerikanische Schauspieler in dem Film mit. Zwei wichtige Hauptrollen werden verkörpert von Martin Freeman und Andy Serkis, welche man schon in vorherigen Filmen des Marvel Cinematic Universe kennen lernen durften. Andy Serkis ist auch der geheime Star des Films, denn trotz seiner relativ kurzen Screentime, stielt er in jeder Szene allen anderen die Show und liefert eine brillante Performance. Serkis beweist immer mehr, dass er nicht nur Motion Capture-Vorlage für Figuren wie Gollum, Snoke oder Cesar aus "Planet der Affen" sein kann, sondern auch vor der Kamera eine super Leistung abliefern kann.

Ich hab die technische Ausführung des Films schon ganz kurz angedeutet und ich möchte auch sagen, dass dies mein erster Film war, den ich in IMAX sehen durfte. Und ich war einfach nur begeistert. Die Bilder, die dieser Film lieferte waren einfach grandios und die Effekte nahezu perfekt. Das CGI sah super aus und die 3D- und Tiefeneffekte gehören zu den Besten, die ich bisher im Kino erlebte. An manchen Stellen, wenn Figuren vor einem tiefen Abgrund standen, überkam mich sogar ein leichtes Schwindelgefühl, als wäre ich tatsächlich im Film. Auch die Aufnahmen von Wakanda und der umliegenden Natur waren einfach nur wunderschön. Aber auch die Sound Effekte waren super und der Soundtrack passte wie die Faust aufs Auge. Traditionelle afrikanische Rythmen wurden mit modernem Hip-Hop gemischt, wodurch sich der Soundtrack sehr von anderen Marvel-Filmen unterscheidet.

Fazit:

"Black Panther" unterscheidet sich sehr von allen bisher dargewesenen Marvel-Filmen, fügt sich gleichzeitig aber sehr gut ins Marvel Cinematic Universe ein. Er bietet eine sehr komplexe Story, mit vielen aktuellen Bezügen, macht aber dennoch extremen Spaß und liefert grandiose Actionszenen, die super unterhalten. Der Cast ist ausgezeichnet und der Film zeigt Bilder, die einfach nur wunderschön und beeindruckend sind. Ich würde jedem, der den Film sehen will und die Möglichkeit dazu hat, raten, sich den Film in IMAX anzuschauen.

"Black Panther" macht einfach von Anfang bis Ende Spaß und ist ein Erlebnis, welches nicht nur Marvel-Fans gefallen wird. Und auch hier gilt, wie bei allen anderen Marvel-Filmen, wartet bis zum Ende des Abspanns! Zwar ist die Post-Credit Scene nicht besonders spektakulär, bietet aber einen interessanten Ausblick auf den nächsten Film, der ja, wie wir alle wissen, das nächste große Highlight "Infinity War" sein wird.


Black Panther

US - 2018

Regie - Ryan Coogler

Laufzeit - 134 Minuten

FSK - 12

Genre - Action

Bewertungen:

  • IMDb - 7,8
  • Moviepilot - 6,9
  • Apexfilms - 9

"Du musst entscheiden, was für ein König du sein willst!"

Nakia/ Lupita Nyong'o - Black Panther (2018)