Ende 2014 erschien in den deutschen und österreichischen Kinos ein Film, der für mich sofort zum Meisterwerk und einem meiner absoluten Lieblingsfilme avancierte. Ich rede natürlich vom Hard SF-Film "Interstellar" vom amerikanischen Regisseur Christopher Nolan, der zuvor schon mit der Neuinterpretation von Batman, sowie mit "Inception" den internationalen Durchbruch schaffte. Wie gesagt ist "Interstellar" für mich schlicht und einfach ein Meisterwerk, daher fand ich es passend, diesem Film meinen ersten Eintrag hier zu widmen.
Aber erstmal die Fakten:
Interstellar ist eine US-amerikanische-britische Produktion aus dem Jahr 2014, für die Regisseur Christopher Nolan einen hervorragenden Cast versammeln konnte, darunter allen voran natürlich Matthew McConaughey, sowie Anne Hathaway, Jessica Chastain, Matt Damon und Michael Cain, welcher nach der Dark Knight Trilogie, Prestige und Inception bereits zum fünften Mal mit Nolan zusammenarbeitete. Trotz der relativ langen Laufzeit von etwa 170 Minuten, war es ein sehr kurzweiliger Film mit viel Tiefgang.
Als der Film in die Kinos kam, ging ich vollkommen unvorbereitet in die Vorstellung. Ich hatte wenig Erwartungen und sah ihn mir mit der Einstellung an: "Wird schon nicht so schlecht sein". Doch schon nach den ersten Sekunden, saß ich vollkommen geflasht im Kinosessel. Allein schon die ersten Aufnahmen, untermalt mit der epischen Musik von Hans Zimmer, gaben einen kleinen Vorgeschmack auf die folgenden fast 3 Stunden.
Die Handlung ist eigentlich sehr schnell erklärt (natürlich Spoiler frei!):
Ende des 21. Jahrhunderts, steht die Welt vor dem Ende. Die Erdbiosphäre ist stark beschädigt und daher steht die ganze Menschheit vor dem Untergang. Eine Crew aus verschiedenen Experten (darunter Matthew McConaughey und Anne Hathaway) begeben sich auf eine Reise in den Weltall um einen neuen Planet für die Menschheit zu finden. Was sich erstmal nach einer sehr simplen und abenteuerreichen Handlung anhört, wird angereichert mit sehr tiefgründigen Motiven und Charakteren, sowie sehr viel Wissenschaft, was dem Film einen gewissen, in diesem Rahmen möglichen, glaubhaften Aspekt gibt. Zumindest für mich, der sich in der Astrophysik und Quantenmechanik so gut wie gar nicht auskennt, wirken die Thesen und Diskussionen, sowie Theorien sehr plausibel und es wirkt als wäre alles in diesem Film in ein paar Jahrzehnten möglich. Hier sei auch erwähnt, dass echte Physiker und Astronomen als Berater am Film mitarbeiteten, darunter der Nobelpreisträger Kip Thorne und sogar einer der berühmtesten und renommiertesten Astrophysiker, Neil deGrasse Tyson, war beeindruckt von der Authenzität und der Richtigkeit der im Film angewandten Physik. Dazu noch die Darbietung der Darsteller, sowie die bedrückende Atmosphäre geben dem Film eine fast schon erschreckende Portion Realismus.
Wo ich gerade die Darsteller angesprochen habe, wollen wir gleich bei eben diesen bleiben:
Der Cast bietet eine Auswahl der momentan vielleicht besten Schauspielern Hollywoods. In der Hauptrolle finden wir natürlich Matthew McConaughey, welcher in der Rolle des Piloten Cooper, meiner Meinung nach, eine seiner besten Performences überhaupt liefert. Für alle die den Film schon gesehen haben, möchte ich nur die Szene in Erinnerung rufen, als er die Videobotschaften seiner Familie sieht.
An seiner Seite ist Dr. Brand, gespielt von Anne Hathaway, welche sich ebenfalls auf der "Endurance" befindet und die Tocher des Initiators der gesamten Mission ist. Auch Anne Hathaway spielt ihre Rolle großartig, auch wenn sie, wie ich finde neben McConaughey ein wenig untergeht.
Eben genannter Initiator ist Professor Brand, gespielt von Michael Cain, einen Schauspieler, den ich sehr schätze und der schon in Dark Knight, sowie Prestige und Inception gezeigt hat, dass er sehr gut mit Christopher Nolan zusammen arbeiten kann. Ich möchte hier nicht zuviel über die einzelnen Rollen schreiben, da auch die Charakterentwicklung den Film auszeichnet und die ein oder andere kleine Überraschung bietet.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch Jessica Chastain, welche die Tochter Coopers spielt. Auch ihre schauspielerische Leistung ist einfach top und steht den anderen in keinster Weise in irgendetwas nach.
Aber auch die weiteren Nebenrollen sind nicht außer Acht zu lassen. Allen voran natürlich Matt Damon, dessen Auftritt zwar relativ kurz ist, dafür umso intensiver und beeindruckend. Auch Casey Afflack und John Lithgow machen gute Arbeit und spielen ihre Rollen sehr gut und glaubwürdig. Außerdem möchte ich hier noch Mackenzie Foy erwähnen, die die junge Murphy Cooper spielt, und die trotz ihrer erst 14 Jahren in mancher Szene, ihren erfahrenen Kollegen die Schau stiehlt.
Nach dem ich jetzt schon einiges an Lobhudelein für Schauspieler und den Film im Allgemeinen auspackte, möchte ich auch üder die Inszenierung des Films sprechen, allen voran die Kameraarbeit und die visuellen Effekte. Denn auch diese sind einfach brillant und auf sehr hohem Niveau. Wie ich oben schon schrieb, sind die ersten Einstellungen allein schon extrem beeindruckend. Die Aufnahmen auf der Erde sind einfach passend und authentisch gemacht, alles wirkt irgendwie dreckig und staubig, also passend zum ganzen Plot. Die Aufnahmen im Weltall unterscheiden sich da komplett, sind aber nicht minder grandios. Man schafft es, sowohl wunderschöne Bilder zu zeigen, zeitgleich aber eine extrem beängstigende und beengende Stimmung zu erzeugen, wenn man zum Beispiel die winzig wirkende "Endurance" am Saturn vorbeifliegen sieht.
Auch die visuellen Effekte sind nahezu perfekt. Hier war das CGI mehr Mittel zum Zweck, als einfaches Effektgewitter. Es wirkte fast immer sehr natürlich, was bei solchen Aufnahmen eine Kunst an sich ist. Mir fällt jetzt spontan auch nur eine Szene ein, in der das CGI minimal künstlich wirkte, aber dieser kleine "Schönheitsmangel" ist kaum erwähnenswert. Nicht umsonst hat "Interstellar" auch den Oscar für Beste visuelle Effekte 2015 bekommen und das gegen Mitstreiter wie "Planet der Affen", "Guardians of the Galaxy", "Captain America 2" und "X-Men: Days of Future Past".
In der Kategorie Filmmusik konnte sich "Interstellar" leider nicht durchsetzten, auch wenn er es meiner Meinung nach mehr als verdient hätte. Für den Soundtrack war der deutsche Komponist Hans Zimmer verantwortlich, der schon bei der Dark Knight Trilogie und Inception für Nolan die Filmmusik schrieb. Zimmer gehört, neben John Williams und Ennio Moricone, wohl zu den größten Filmkomponisten aller Zeiten und verlieh schon Filmen wie Fluch der Karibik, Pearl Harbor, Black Hawk Down und Last Samurai, einen großartigen Klang. Auch bei "Interstellar" gelang es ihm, einen pompösen, großartigen und epischen Soundtrack zu kreieren. Vom ersten bis zum letzten Ton ist der Sound überwältigend und gewaltig. Zimmer arbeitete für diesen Film viel mit Orgeln, welche auch wirklich in Kirchen standen und dort aufgenommen wurden, um der Musik mehr Intensität zu verleihen. Aber auch der Tonschnitt ist fantastisch. Die kleinen Details, wie das Aussetzten des Tons bei einem Bildumschnitt ins Weltall, runden den Film noch perfekt ab.
Zum Abschluss möchte ich auch noch einige Auszeichnungen erwähnen:
Fazit:
Ich weiß, dass meine Kritik sehr überschwänglich ist und ausschließlich aus Lob und Verehrung besteht, jedoch fällt es mir schwer an diesem Film irgendetwas schlechtes zu finden. Daher ist auch meine Punktzahl klar: Hier kann es für mich nur die 10 von 10 geben.
Interstellar ist ein Film für Fans von:
Wer sich ein Actiongelades SciFi-Spektakel wie Star Wars erwartet, wird wahrscheinlich sehr enttäuscht werden, daher sollte man sich im Klaren sein, welchen Film man, mit welchen Erwartungen sehen will.
Wer sich durch meine Kritik angeregt fühlt, schaut sich den Film am Besten unvorbereitet an, ohne sich einen Trailer anzuschauen, denn so wirkt der Film für mich am Besten!
Interstellar
GB/US - 2014
Regie - Christopher Nolan
Laufzeit - 169 min
FSK - ab 12
Genre - Hard SF
Bewertungen:
"Geh nicht gelassen in die Gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt."
Professor Brand/ Michael Cain - Interstellar (2014)
So, das war meine erste Review hier in meinem Blog. Ich hoffe es hat euch gefallen. Wenn ihr Anregungen, Kritik oder Vorschläge für weitere Reviews und Projekte habt, schreibt mir gerne über das Kontaktformular.
Bis dahin: Geht nicht gelassen in die Gute Nacht!
