Mit "Maze Runner 3" startete letzte Woche das große Finale und der Abschluss einer weiteren Jugendbuchverfilmungs-Reihe, die auf der Welle mit schwimmen wollte, welche "Die Tribute von Panem" 2012 auslöste. Nach dem riesigen Erfolg dieser Reihe wurde das Kino fast überflutet mit "Young Adult Science Fiction" Buchverfilmungen, in denen sich Jugendliche durch eine dystopische Welt kämpfen müssen. Filme wie "Die Bestimmung"-Reihe, "Hüter der Erinnerung" oder "Die 5. Welle" konnten, mal mehr, mal weniger, nicht an die Qualität der "Panem"-Reihe anschließen, dennoch wurden solche Filme immer mehr, welche meistens nach dem gleichen Prinzip abliefen. Einzig ein Film bzw. Reihe konnte meiner Meinung nach ein wenig herausstechen und schaffte es am ehesten an "The Hunger Games" anzuschließen. Nämlich "The Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth" und auch sein Nachfolger "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste". Zwar kopierte auch dieser einige Aspekte aus der "Panem"-Reihe, dennoch bringt er auch genügend eigene Ideen, um nicht wie eine billige Kopie zu wirken. Und eben diese, durchaus gelungene Reihe bekommt nun mit "Die Auserwählten in der Todeszone" einen würdigen Abschluss. Aber erstmal zum Film selber.
Der von Wes Ball, welcher zuvor nur bei den beiden Vorgänger-Filmen Regie führte, inszenierte Film schließt beinahe nahtlos an den zweiten Teil an und führt die Story rund um Thomas, Teresa und Co. rasant weiter. Ein kurzer Überblick der bisherigen Ereignisse (ACHTUNG! leichte Spoiler zu den ersten beiden Filmen) Nachdem die "Auserwählten" am Ende des ersten Teils aus dem Labyrinth entkamen und in der Fortsetzung feststellten, dass die gesamte Erde Opfer eines Virus wurde, das Menschen in zombieartige Wesen verwandelt, müssen sie sich im Finale der Trilogie nun der skrupellosen Organisation WCKD stellen, um ihren Freund Minho zu retten. Dazu wollen sie in eine der letzten Städte auf der Welt gelangen, welche jedoch stark gesichert ist. Soviel zur Story. Natürlich werden wieder einige Young Adult-Filmklischees erfüllt (klassische Liebes-Triangle), jedoch halten diese sich hier in Grenzen. Die Story bietet sogar einige sehr interessante Aspekte (ohne zuviel verrate zu wollen, sind die Absichten der Bösewichte eigentlich gar nicht so schlecht) und auch das Setting ist gut gewählt. Nach dem Labyrinth in Teil 1 und der Wüste in Teil 2 wählte man diesesmal eine futuristische Stadt als Kulisse, welche nicht nur etwas Abwechslung in die Reihe bringt, sondern auch noch sehr gut aussieht. Natürlich kann die Optik nicht mit einem "Blade Runner" mithalten, auch wenn das Setting an manchen Stellen daran erinnert. Aber trotzdem schaffte man es, der Welt von Maze Runner einen neuen Ort hinzuzufügen, der sich in die Reihe eingliederte.
Ein großes Problem, dass der Film jedoch hat ist die Länge. Mit 143 Minuten ist der Film doch etwas zu lange geraten. Ich habe generell nichts gegen lange Filme. Im Gegenteil, ich liebe zum Beispiel den Extended Cut von "Der Herr der Ringe"-Trilogie, welche bis zu 4 Stunden gehen. Hier hatte ich aber das Gefühl, dass es dem Film gut getan hätte, wäre er ca. 20-30 Minuten kürzer gewesen. In der Mitte des Films gab es einige Längen, auch wenn sich keine der Szenen wirklich überflüssig angefühlt haben, waren manche einfach zu lang.
Der Cast rund um Dylan O'Brien bietet ein gutes Kollektiv, bei denen jedoch keiner wirklich herausstechen konnte. Egal ob Kaya Scodelario, Ki Hong Lee oder Thomas Brodie Sangster, den manche vielleicht aus Game of Thrones kennen werden, alle machen ihren Job solide und spielen ihre Rollen durchaus gut. Auch ein überraschendes Comeback eines Schauspielers aus den Vorgängern gab es.
Wie bei solchen Jugendbuchverfilmungen üblich, wird der junge Cast unterstützt von etablierten und bekannteren Schauspielern. In "Tribute von Panem" waren es zum Beispiel Woody Harrelson und Donald Sutherland, in "Die Bestimmung" Kate Winslet und Naomi Watts und hier sind es hauptsächlich Patricia Clarkson und Aidan Gillen. Vor allem der Ire, welchen viele als Petyr "Kleinfinger" Baelish aus Game of Thrones kennen werden, bereichert den Film und wird immer mehr zu einem meiner Liebingsschauspieler. Gillen schafft es auch hier eine Rolle zu kreieren, welche man eigentlich nicht mögen kann, die man dennoch irgendwie sympathisch findet.
Auch technisch ist der Film sehr gut gelungen. Die Bilder sehen fantastisch aus und auch das CGI fügt sich perfekt in den Film ein, ohne wirklich ins Auge zu stechen. Die Effekte sehen sehr gut aus, nur selten fiel es mir wirklich auf, dass hier mit dem Computer gearbeitet wurde. Wie schon geschrieben, sah das gesamte Setting sehr beeindruckend aus und fügte der Reihe eine weitere Fassade hinzu.
Fazit:
Mit "Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone" findet eine gute Filmreihe einen würdigen Abschluss. Natürlich bietet der Film kein oscarwürdiges Drehbuch oder preisverdächtige Dialoge, dennoch kann der Film die ganze Zeit über unterhalten, auch wenn er in der Mitte seine Längen hat. Schauspieler, Sound und vor allem die Optik runden den Film super ab und sorgen dafür, dass der Film einfach Spaß macht. Wem die ersten beiden Teile, oder auch Filme wie eben "Die Tribute von Panem" und "Die Bestimmung" gefallen haben, wird sicherlich seinen Spaß an dem Film haben!
Maze Runner 3 - Die Auserwählten in der Todeszone
US - 2018
Regie - Wes Ball
Laufzeit - 143 Minuten
FSK - ab 12
Genre - Action/ Science Fiction
Bewertungen:
"Drei Jahre lang versuchten wir, aus dem Labyrinth zu kommen. Jetzt wollen wir wieder rein!"
Newt/ Thomas Brodie-Sangster - Maze Runner 3 (2018)
