Christopher Nolan - Ein Special

Herzlich willkommen zu einem neuen Special auf Apexfilms.at. Passend zum DVD Start von Dunkirk, schreibe ich ein Special zum meiner Meinung nach vielleicht besten Regisseur unserer Zeit: Christopher Nolan, Kopf hinter so grandiosen Filmen wie der Dark Knight Trilogie, Inception und nicht zuletzt Interstellar, der für mich einer der besten Filme aller Zeiten ist und dem ich eine sehr ausführliche Review widmete.

Erstmals zur Person selbst:

Christopher Edward Nolan wurde am 30. Juli 1970 in London geboren. Nolan hat zwei Brüder, wovon einer, Jonathan Nolan ebenfalls in der Filmbranche tätig ist und oftmals zusammen mit seinem Bruder die Drehbücher zu dessen Filmen schreibt.

 

Durch die Berufe seiner Eltern wuchs Chris Nolan sowohl in London als auch in Chicago auf. Er studierte am University College London englische Literatur und engagierte sich dort auch im Filmklub, wo er seine ersten Kurzfilme drehte.

Inzwischen zählt Nolan zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods und ist auch einer der wenigen Autorenfilmer der Traumfabrik. Das heißt, dass er nicht nur Regie in seinen Filmen führt, sondern auch die Drehbücher dazu schreibt. Bis auf „Insomnia“ schrieb er für jeden seiner Filme das Script, oftmals wie gesagt zusammen mit seinem Bruder Jonathan. Außerdem war er an fast allen seiner Filme als Produzent beteiligt.

Interessant zu erwähnen ist auch noch, dass Nolan kein Fan des 3D-Films ist und schwor keinen 3D-Film zu produzieren, wenn es die Story nicht unbedingt benötigt, nur um an den Kinokassen mehr Geld verlangen zu können. Außerdem verzichtet er, wenn möglich auf computergenerierte Effekte und arbeitet bevorzugt mit praktischen Effekten, sowie echten Kulissen und Sets. Zum Beispiel ist die Korridor-Szene aus Inception vor echten Kulissen, die mit zwei Motoren angetrieben wurden und komplett ohne CGI gedreht worden.

Christopher Nolan ist Fan von George Lucas und Stanley Kubrik, insbesondere von „2001: Odyssee im Weltraum“ und auch von Michael Manns „Heat“ und „Blade Runner“ von Ridley Scott. Man merkt in vielen seiner Werke, dass sich Nolan in diesen Filmen seine Inspiration holt.

 Nun zu seiner Filmografie: Diese liest sich wie eine Liste der besten Filme aller Zeiten.

Sein Regiedebut feierte er 1998 mit Following, welchen ich bisher leider als einzigen seiner Filme noch nicht sehen konnte. Er realisierte diesen Film mit einem Budget von gerade einmal 6000 Dollar, fast der komplette Cast bestand aus Freunden und Familienangehörigen Nolans, die nebenbei noch voll berufstätig waren, wodurch nur einmal die Woche für ca. 15 Minuten gedreht werden konnte. Vor allem wenn man bedenkt, mit welchen Budgets Nolan später arbeiten darf (für Filme wie Dark Knight oder Dark Knight Rises betrug das Budget schon gerne mal über 200 Millionen US-Dollar) wirkt der ganze Film nochmals ganz anders. Doch die Anstrengung sollte sich auszahlen.

Denn schon sein zweiter Film, der 2 Jahre später erschien, sollte für viele schnell zum Kultfilm mutieren. „Memento“ ist nicht zuletzt wegen seiner besonderen Erzählstruktur und dem Wechsel zwischen Schwarz-Weiß und Farbaufnahmen etwas ganz besonderes. Der Film ist sicher nichts für jeden, aber allein schon das Schauspiel von Guy Pearce, machen den Film mehr als sehenswert. Außerdem konnte sich Christopher Nolan in seinem zweiten Langfilm bereits die erste Oscarnominierung sichern, auch wenn es für den Gewinn nicht reichte.

2002 erschien der für mich zwar schwächste, aber immer noch gute Film Nolans, nämlich Insomnia. Al Pacino spielt neben Robin Williams in diesem Krimithriller, der während des Polartages spielt und beide überbieten sich in diesem Film gegenseitig. Dabei ist Insomnia eine Neuverfilmung des 1997 erschienenen norwegischen Films Todesschlaf von Erik Skjoldbjærg, wozu Nolan einfach die Handlung vom norwegischen Tromso nach Alaska verlegte.

Auch wenn seine bis dahin erschienenen Filme relativ erfolgreich waren, gelang ihm der richtige Durchbruch erst 2005. Er machte es sich nämlich zur Aufgabe, das zuletzt durch Filme wie „Batman Forever“ und „Batman & Robin“ ins Lächerliche gedriftete Batman Franchise, neu aufzusetzen und ihm seinen eigenen, düsteren Stempel aufzudrücken. Er besetzte die Rolle des Batman mit Christian Bale und engagierte außerdem Morgan Freeman und Michael Cain für seine neue Trilogie. Letzterer sollte in den nächsten Jahren, quasi zu einem Stammschauspieler bei Nolan werden. Mit einem Budget von etwa 150 Millionen US-Dollar und einem Einspielergebnis von über 372 Millionen, war Batman Begins, der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film von Nolan und legte den Grundstein, für die vielleicht besten Batmanfilme.

Schon ein Jahr später, kam der nächste großartige Film Nolans in die Kinos, der zwar „nur“ ca. 109 Millionen Dollar einnahm und damit nach Memento, Nolans Film mit den wenigsten Einnahmen ist (Following mal ausgenommen), dennoch für mich eines seiner besten Werke ist. Die Rede ist natürlich von Prestige – Die Meister der Magie. In diesem fantastischen Film spielen neben Hugh Jackman auch erneut Christian Bale und Michael Cain mit, die damit beide schon zum zweiten Mal mit Nolan zusammenarbeiteten. Nolan gelang mit dem Film ein kleines Meisterwerk, der eine spannende Story und einige interessante Twists bietet.

2008 gelang Nolan dann der nächste große Erfolg, nämlich mit dem zweiten Teil seiner Batman-Trilogie „The Dark Knight“, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Erneut arbeitete er hier mit Christian Bale als Batman und Michael Cain als Alfred zusammen, diesmal bereicherte aber auch der großartige Heath Ledger als Joker den Cast, welcher auch das absolute Highlight des Filmes ist. Mit einem Einspielergebnis von über 1 Milliarde US-Dollar, ist „The Dark Knight“, der erste Film von Nolan, der die Milliardengrenze sprengte. Außerdem war es sein erster Film der einen Oscar gewinnen konnte, genauer gesagt sogar zwei: für den besten Nebendarsteller (Heath Ledger R.I.P.) und bester Tonschnitt.

Zwei Jahre später erschien dann „Inception“, für viele der beste Film Nolans. Die Hauptrolle in dem innovativen Sci-Fi/ Mystery Spektakel übernahm ein fantastischer Leonardo diCaprio und auch Michael Cain, spielte wieder eine Nebenrolle. Bei den Oscars 2011 konnte sich der Film 4 Goldstatuetten sichern und wurde für 4 weitere nominiert. Nolan selbst, der für das beste Originaldrehbuch und den besten Film nominiert war, ging leider wiedermal leer aus. Inception bietet eine ausgezeichnete Mischung aus computergenerierten und praktischen Effekten und zählt nicht zu Unrecht, zu den besten Filmen seit 2010. 

Der Abschluss seiner Batman-Trilogie erschien im Jahr 2012 mit „The Dark Knight Rises“. Zwar konnte er mit ca. 1,08 Milliarden Dollar das Einspielergebnis von "The Dark Knight" noch etwas steigern, jedoch war auch sein Budget entsprechend größer. Für viele, darunter auch mich, ist "The Dark Knight Rises" der schwächste der Nolan-Batmans, wenn auch immer noch ein sehr guter Film. Es war der letzte Auftritt von Christian Bale als Batman und auch das letzte Mal das Michael Cain dessen Butler Alfred spielte.

Ende 2014 erschien dann Nolans nächster Film und der war geradezu ein Meisterwerk. Ich rede natürlich von Interstellar. Allzu viel möchte ich über den Film hier nicht mehr sagen, dass habe ich in meiner ersten Review hier schon sehr ausführlich getan. Es sei nur nochmal erwähnt, dass Nolan neben Regie auch zusammen mit seinem Bruder Jonathan das Drehbuch zu diesem Film beisteuerte und ihn auch selbst mitproduzierte.

Mit Dunkirk erscheint sein inzwischen 10 Spielfilm auf DVD und Blu-Ray und erwähnenswert ist, dass von diesen 10 Filmen 8 in der IMDb Top 250 zu finden sind. Außerdem konnten sie schon 7 Oscars gewinnen, auch wenn davon keinen einzigen Nolan selbst erhielt. 

Dennoch ist Christopher Nolan für mich einer der größten, wenn nicht sogar, der größte Regisseur unserer Zeit. Mit Filmen wie Interstellar, Inception und The Dark Knight hat er filmische Meilensteine gelegt, über die man sich noch in vielen Jahren unterhalten wird. Außerdem ist Nolan mit seinen 47 Jahren noch im besten Alter für einen Regisseur und es liegen noch viele gute Jahre, mit hoffentlich vielen guten Filmen vor ihm!


eine übersicht aller seiner filme:


Following
Following

Erscheinungsjahr: 1998

Budget: 6.000 $

Einspielergebnis: 48.482 $

Bewertungen:

  • IMDb - 7,6
  • Moviepilot - 7,4
  • Apexfilms - ??

Memento
Memento

Erscheinungsahr: 2000

Budget: 9 Millionen $

Einspielergebnis: 39,7 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,5
  • Moviepilot - 8
  • Apexfilms - 8


Insomnia - Schlaflos
Insomnia - Schlaflos

Erscheinungsjahr: 2002

Budget: 46 Millionen $

Einspielergebnis: 113,7 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 7,2
  • Moviepilot - 7
  • Apexfilms - 7,5

Batman Begins
Batman Begins

Erscheinungsjahr: 2005

Budget: 150 Millionen $

Einspielergebnis: 372,7 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,3
  • Moviepilot - 7,8
  • Apexfilms - 8,5


Prestige
Prestige

Erscheinungsjahr: 2006

Budget: 40 Millionen $

Einspielergebnis: 109,7 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,5
  • Moviepilot - 7,8
  • Apexfilms - 9,5

The Dark Knight
The Dark Knight

Erscheinungsjahr: 2008

Budget: 180 Millionen $

Einspielergebnis: 1,003 Milliarden $

Bewertungen:

  • IMDb - 9
  • Moviepilot - 8,3
  • Apexfilms - 10


Inception
Inception

Erscheinungsjahr: 2010

Budget: 160 Millionen $

Einspielergebnis: 825,5 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,8
  • Moviepilot - 8,2
  • Apexilms - 9

The Dark Knight Rises
The Dark Knight Rises

Erscheinungsjahr: 2012

Budget: 250 Millionen $

Einspielergebnis: 1,084 Milliarden $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,4
  • Moviepilot - 7,8
  • Apexfilms - 8,5


Interstellar
Interstellar

Erscheinungsjahr: 2014

Budget: 165 Millionen $

Einspielergebnis: 675,1 Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,6
  • Moviepilot - 8,2
  • Apexfilms - 10

Dunkirk
Dunkirk

Erscheinungsjahr: 2017

Budget: 100 Millionen $

Einspielergebnis: 525,2+ Millionen $

Bewertungen:

  • IMDb - 8,2
  • Moviepilot - 7,7
  • Apexfilms - 8